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Moderner Segelflug

Segelfliegen gehört vergleichsweise zu den naturverbundensten und erlebnisreichsten Sportarten.
Moderne Flugzeuge, ausgepfeilte Aerodynamik und die zunehmende Technisierung des Segelfluges erlauben inzwischen Flugleistungen, die den meisten Menschen kaum vorstellbar erscheinen.
So lassen sich mit modernen Fluggeräten heute mühelos Distanzen von hunderten von Kilometern zurücklegen, ohne eine Zwischenlandung. Rekorde liegen sogar bei Flügen von mehreren tausend Kilometern.


Wettbewerb

Im Rahmen von Wettbewerben haben Segelflieger die Möglichkeit, sich gegenseitig zu messen. Dabei geht es bei solchen Wettbewerben vornehmlich darum, eine vorgegebene Flugstrecke in möglichst kurzer Zeit, also mit möglichst hoher Durchschnittsgeschwindigkeit, zurückzulegen.


Wie fliegt ein Segelflugzeug?

Der Hintergrund, warum ein Segelflugzeug überhaupt fliegt, lässt sich mit den Schlagwörtern Temperatur, Druck und Dichte der Luft zunächst umreißen.
Im Flug werden die Tragflächen des Segelflugzeugs von der Luft umströmt, wodurch eine Kraft hervorgerufen wird, die das Flugzeug in der Luft hält. Somit wird kein Flugzeug der Welt, das sich im Flug befindet, ohne einen Defekt zu haben, wie ein Stein zu Boden fallen.
Die gesamte Begründung, warum ein Flugzeug fliegt, ist ein komplexer Vorgang und wird nachfolgend nur modellhaft beschrieben:
Um die Strömungsverhältnisse an einem Flügel zu verstehen, ist ein kurzer Exkurs in die Physik zur Gleichung von Daniel Bernoulli (Mathematiker/Physiker 1700 - 1782) notwendig. Die von ihm aufgestellte Gleichung besagt, dass die Summe von statischem Druck der Umgebungsluft und dem Staudruck (vgl. Fahrtwind) konstant ist. Deshalb muss sich der statische Druck zwangsläufig verringern, wenn sich der Staudruck vergrößert. Da der Staudruck wiederum vom Quadrat der Strömungsgeschwindigkeit abhängt, erhält man an der Oberseite des Flügels einen geringeren statischen Druck, also einen Unterdruck.
Dies lässt sich am besten anhand der Illustration verdeutlichen. Man erkennt beim Vergleich der Länge von Flügelober- und Flügelunterseite sofort, dass der Weg den die von links kommende Luft oben um den Flügel herum nimmt, länger ist als der Weg, den die Luft an der Unterseite zurücklegen muss.
Die Luft teilt sich an der sogenannten Flügelnase in zwei Luftpakete. Ein Luftpaket strömt an der Oberseite entlang und nimmt den längeren Weg, und ein Luftpaket strömt zugleich an der Unterseite entlang und legt nur den kürzeren Weg zurück. Nun ist es wichtig zu wissen, dass das Luftpaket an der Oberseite trotz längeren Weges früher am Ende der Tragfläche ankommt. Somit muss das Luftpaket an der Oberseite "deutlich" schneller strömen, als das Luftpaket an der Unterseite. Diese Geschwingigkeitszunahme ruft den schon angesprochenen Unterdruck an der Flügeloberseite hervor.
Das Flugzeug wird in der Luft getragen.


Thermikfliegen

Sicherlich kann ein Segelflugzeug nicht unendlich weit geradeaus fliegen, dies würde jeder physikalischen Vorstellung widersprechen.
Aber wie kann man dann mit einem Segelflugzeug Distanzen von hunderten von Kilometern fliegen?
Grundsätzlich hat jedes Flugzeug einen gewissen Gleitwinkel. Dies bedeutet, dass man mit einem Segelflugzeug modernerer Bauart durchaus mit 1000m Höhe 40km weit geradeaus fliegen kann.
Um nun die Flugdistanzen zu vergrößern muss, man zwischenzeitlich immer wieder seine Höhe neu vergrößern. Dies erreicht man, indem man "in Thermik kreist". Thermik ist vom Boden aufsteigende Luft, die wärmer ist als ihre Umgebungsluft und dadurch - infolge geringerer Masse - aufsteigt.
Diese Thermik ergibt sich an Sonnentagen, an denen die Sonne die Luft am Boden erwärmen kann.
Die so entstehenden "Aufwindschläuche" können mehrere hundert bis zu tausenden von Metern hoch wachsen.
Als Segelflieger versucht man in diesen Aufwinden zu kreisen, um mit der Luft aufzusteigen.
Damit sind Distanzen von 300 bis 600km sogar in unseren Breiten möglich.


Moderne Navigation

 
Die Navigation im Segelflug hat sich in den letzten Jahren, wie auch die Navigation im Auto, deutlich verändert. Zunehmend hält auch die Satellitennavigation (GPS) Einzug in die Fliegerei. Sicherlich ist die klassische Navigation mit der Luftfahrtkarte unerlässlich und hat auch nach wie vor noch Bestand.



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