Vater und Sohn im Team erfolgreich


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Vom 21.07. bis zum 30.07. fanden in diesem Jahr die niedersächsischen Meisterschaften im Segelflug in Rotenburg/Wümme (östlich Bremen) statt. Die Meisterschaft war ein Qualifikationswettbewerb zur Deutschen (Senioren-) Meisterschaft im kommenden Jahr. Oliver und Jan Knischewski vom LSC Erftland e.V. hatten sich für diesen Wettbewerb angemeldet, weil es für Jan Knischewski gleich im Anschluss noch auf die Deutschen Meisterschaften der Junioren nach Marpingen/Saarland gehen sollte und die beiden Termine somit perfekt in die Urlaubsplanung passen sollten. Zwei Tage vor Beginn der Meisterschaften reisten die beiden bereits in Rotenburg an um im Vorfeld noch zwei Trainingsflüge zu absolvieren.

Als der Wettbewerb begann, hatte sich leider immer noch kein stabiles Azoren-Hoch ausgebildet, sodass der Meteorologe keine leichte Aufgabe bei der täglichen Vorhersage des Wetters hatte. Gleich am ersten Wertungstag konnten Oliver und Jan Knischewski schon das Fundament für die beiden Topplatzierungen am Ende legen. In dem Starterfeld von 30 Teilnehmern konnten sie Platz 4 und 6 belegen wobei Sohn Jan um 0,5 km/h schneller war als sein Vater. Dieser hatte sich extra für diesen Wettbewerb ein Segelflugzeug von einem Vereinskameraden ausgeliehen, da sein Sohn auf seinem Flugzeug unterwegs war. Den Vater hatte am ersten Tag am meisten gefreut, dass der Team-Flug mit Sohn Jan so gut funktioniert hatte. Gleich noch vor Öffnung der Abfluglinie hatten sich die beiden in der Luft gefunden und sind gemeinsam die Strecke geflogen. Am Ende absolvierten sie die 200km lange Strecke in 2 Stunden.

Doch es sollte noch besser kommen. Der nächste Wertungstag sollte eine Strecke über 380 km bereithalten. Die Wendepunkte hießen dabei Hagenow (südwestlich von Schwerin), Gardelegen und zurück nach Rotenburg. Die Strecke führte dabei über besten Heideboden, der immer für starke Thermik sorgt. Zweimal musste die Elbe überquert werden, die an manchen Tagen die Thermik stark beeinträchtigen kann. Am Ende wurde es noch mal spannend, da ein Regenschauer beim Zielanflug über dem Flugplatz stand. Oliver und Jan gingen hier voll auf Risiko und flogen den Zielkreis im Regen an. Es galt, in einer bestimmten Mindesthöhe am Zielkreis anzukommen um anschließend eine sichere Landung am Flugplatz durchführen zu können. Jeden Meter den man unterhalb der Mindesthöhe am Zielkreis ankam bedeutete Strafpunkte. Durch den Anflug im Regen war somit lange Zeit nicht klar, ob die Höhe für einen strafpunktefreien Einflug in den Zielkreis reichen würde. Am Ende hat es dann gepasst und die beiden konnten wertvolle Punkte gut machen. Tagesplatz 3 für beide mit 105 km/h war das Tagesergebnis.

Der dritte und gleichzeitig letzte Wettbewerbstag führte über eine 345km lange Strecke von Rotenburg bis in die Nähe der Müritz und anschließend über zwei weitere Wendepunkte zurück nach Rotenburg. Der Tag sollte dabei noch schneller werden als der Wertungstag zuvor. Gleich nach dem Abflug hatte sich nämlich eine Wolken-Straße Richtung erste Wende gebildet, die einen schnellen Flug über Lüneburg und anschließend über die Elbe erlaubte. Auf dem Weg zurück ließ das Wetter nach und für Oliver wurde es kurz vor dem Ziel noch einmal spannend. Eine Wolkenaufreihung zog nicht mehr und plötzlich fand er sich in 400 Meter über Grund wieder. Er musste sein ganzes Ballastwasser (120 Liter) vorzeitig aus den Tragflächen ablassen um in einem rettenden Aufwind Höhe für den Endanflug zu gewinnen. Er verlor dadurch wertvolle Minuten, konnte aber den Tag dennoch mit Tagesplatz 3 abschließen. Jan belegte an diesem Tag den achten Platz mit immer noch 106,26 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit.

Im weiteren Verlauf ließ das Wetter keine weiteren Wertungsflüge mehr zu und Vater und Sohn Knischewski konnten bei der Siegerehrung beide aufs Treppchen. Der erst 17-jährige Jan belegte am Ende Gesamtplatz 3 und Vater Oliver konnte die niedersächsischen Meisterschaften mit Gesamtplatz 1 für sich entscheiden. Die beiden sind damit für die Deutschen Meisterschaften der Senioren im nächsten Jahr qualifiziert.
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