Kindheitstraum Segelfliegen: Mit 67 Jahren erstmals allein über Bergheim

Ein Traum

Ein strahlendes Lachen, drei saubere Landungen – und ein Traum, der mehr als 50 Jahre auf seinen Moment gewartet hat: Unser Flugschüler Roland hat am vergangenen Wochenende seinen ersten Alleinflug absolviert.

Roland erfüllt sich bei uns im Luftsportclub Erftland derzeit einen Traum, der ihn schon seit seiner Kindheit begleitet. Mit 66 Jahren hat er bei uns die Segelflugausbildung begonnen.

Ein Kindheitstraum

Als Jugendlicher verbrachte Roland die Urlaube mit seinen Eltern in Mittelfranken. Auf dem dortigen Segelflugplatz am Hesselberg half er beim Start oder beim Zurückschieben der Flugzeuge nach der Landung. Der Hesselberg gilt neben der Wasserkuppe als eine der Geburtsstätten des Segelflugs – dort entstand auch seine Begeisterung für die lautlose Fliegerei.

Doch eine andere große Leidenschaft bestimmte schließlich sein Leben: die Musik. Später folgten Beruf, Familie und Kinder. Das Thema Segelfliegen geriet über viele Jahre in den Hintergrund.

Der Neustart mit 66

Ganz verschwunden war die Faszination allerdings nie. Ende 2024 entschloss sich Roland schließlich dazu, bei uns einmal "hineinzuschnuppern". Schon die ersten Flüge im doppelsitzigen Schulungssegler veränderten seinen Blick auf die Fliegerei grundlegend.

Die Segelflugausbildung findet bei uns vollständig im Vereinsbetrieb statt. Bis zum ersten Alleinflug vergehen in der Regel etwa 60 bis 80 Starts. Erst wenn alle Abläufe sicher beherrscht werden, geben unsere Fluglehrer den ersten Soloflug frei.

Der erste Alleinflug

Dass Menschen unterschiedlichen Alters gemeinsam fliegen, gehört bei uns ganz selbstverständlich zum Vereinsalltag. Für Roland wurde dieser Wunsch nun mehr als 50 Jahre später Realität.

Vor dem ersten Solo waren noch einmal zwei Fluglehrer mit ihm in der Luft. Unabhängig voneinander beurteilen sie das Können der Flugschüler, bevor der erste Alleinflug freigegeben wird. Anschließend fliegen unsere Flugschüler drei Starts und Landungen allein im Cockpit.

Für Roland verliefen die drei Alleinflüge ruhig und sauber. Ohne sichtbare Aufregung flog er seine Platzrunden und Landungen – fast so, als hätte er nie etwas anderes gemacht.